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Konzert von Sprenger & Sollmann im Haus Ludwig, 2018

Im Rahmen der Werkpräsentation von Annette Kelm gaben die Musiker Konrad Sprenger und Phillip Sollmann im September 2018 mit ihrem „Modular Organ System“ ein Konzert im Haus Ludwig.

Sprenger und Sollmann entwickelten das System 2017 in Auseinandersetzung mit den Ursprüngen des Orgelbaus sowie den verschiedenen historischen Bauweisen und untersuchten die Resonanzeigenschaften der unterschiedlichen Pfeifenformen. Das auf Orgelpfeifen basierende Instrument wird von einer zentralen Windmaschine angetrieben und durch MIDI-Daten (einer Computersprache, welche die Kommunikation von Musikinstrumenten, Computern und anderer Hardware ermöglicht) gesteuert. Erweitert werden die traditionellen Materialien zudem durch Leder, Metall, Glas, Keramik und diverse Kunststoffe. So entsteht eine einzigartige und außergewöhnliche Vielfalt an Geräuschen, Störungen, Drones und Arpeggios. Indem sich das „Modular Organ System“ im Haus Ludwig über mehrere Räume erstreckte, wurde es zu einer durch die Zuhörer*innen begehbaren Klanginstallation.

Annette Kelm im Haus Ludwig

Regelmäßig lädt die Ludwig Stiftung Künstler*innen ein, sich mit dem ehemaligen Wohnhaus von Peter und Irene Ludwig auseinanderzusetzen. Bereits Candida Höfer und Marcel Odenbach folgten dieser Einladung. Nun befasste sich die Berliner Fotokünstlerin Annette Kelm über ein Jahr hinweg mit dem Haus und den hierin beheimateten Objekten. Diese Einladung mündete in der Präsentation ihres Projektes im Haus Ludwig. Das im Jahr 1953 erbaute Wohnhaus der Ludwigs lässt sich wahrscheinlich am treffendsten als Gesamtkunstwerk charakterisieren. Hier sind nicht nur Kunstwerke vieler Gattungen und Epochen beherbergt, sondern es wurden Spolien in Form von Türen, Gittern oder Fliesen integriert und zu einem einzigartigen Werk verschmolzen. Annette Kelm machte die Ausstattung und vielfältigen Objekte direkt oder indirekt zum Thema, indem sie diese in ihren Fotografien inszenierte oder ihre eigenen Stillleben-Fotografien in die Räume integrierte. Sie veränderte damit die Wirkungsweise der Räume und interpretierte sie in ihrer Ornamentik und Stilllebenartigkeit völlig neu.